Nationales Präventionsprogramm

Das Forum „gesundheitsziele.de“ mit seiner Geschäftsstelle bei der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e. V. (GVG) in Köln koordiniert den nationalen Gesundheitszieleprozess in Deutschland (1). Als erstes wurde das Gesundheitsziel „Diabetes mellitus Typ 2: Erkrankungsrisiko senken, Erkrankte früh erkennen und behandeln“ entwickelt und unter Mitarbeit verschiedener Akteure bevölkerungsbezogene Teilziele bzw. Aktionsfelder benannt und systematisiert. Unter dem Dach des Nationalen Aktionsforum Diabetes mellitus (NAFDM), initiiert von gesundheitsziele.de (2), wurden mit der Deutschen Diabetes Stiftung (DDS) bereits wichtige Voraussetzungen für ein nationales Diabetespräventionsprogramm erarbeitet (3).
Entscheidend ist dabei die praktische Umsetzung eines erarbeiteten Leitfadens zur Prävention des T2DM (3), der Ziele und Standards für konkrete Interventionsmaßnahmen, sowie Evaluationskriterien beinhaltet (4). Das Konzept sieht eine zentrale Rolle für den Präventionsmanager vor und als weiteren wichtigen Programmbestandteil eine individuelle, sowie prozessbegleitende Evaluation und Qualitätskontrolle (4; 5). Aufbauend darauf wurde mit Ünterstützung durch die Arbeitsgemeinschaft Prävention des Diabetes mellitus Typ 2 der Deutschen Diabetes Gesellschaft (AG P2) ein dreistufiges Konzept zur Implementation von Präventionsprogrammen entwickelt. Dieses Konzept besteht in einem ersten Schritt aus effektiven Maßnahmen zum Risikoscreening.
In einem zweiten Schritt sollen zeitlich begrenzte Interventionen erfolgen mit dem Ziel, eine Motivation für eine Lebensstiländerung zu initiieren. Daran schließt sich ein dritter Schritt, welcher kontinuierliche Maßnahmen zur Motivationserhaltung beschreibt (3). Der dritte Schritt ist dabei für die Nachhaltigkeit der Intervention entscheidend. Ausschlaggebend ist weiterhin, dass eine flexible Programmstruktur eine individuelle, zielgerichtete Intervention je nach Stadium, Zielgruppe, Alter, Präferenzen, Bildung, Ethnischer Gruppe, etc. ermöglicht. Bei aller vorrangigen Bedeutung einer bevölkerungsbasierten Intervention zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens, sowie Steigerung der körperlichen Aktivität durch Verhältnis- und Verhaltensprävention (insbesondere bei Kindern und Jugendlichen) fokussiert das Konzept auf Präventionsmaßnahmen für Hoch-Risikoträger des Diabetes Mellitus Typ 2.






1. gesundheitsziele.de: Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (2003). Berlin, Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung e. V., 2003

2. Hauner H, Landgraf R, Schulze J, Spranger J, Standl E. [Prevention of type 2 diabetes mellitus. Position paper of the National Action Forum for Diabetes Mellitus]. Dtsch Med Wochenschr. 2005;130:1053-4.

3. Schwarz PEH, Gruhl U, Hoffmann R, Bornstein SR, Schulze J, Landgraf R. Primärprävention des Diabetes mellitus - Gesundheitspolitische Konzepte in Deutschland. Der Diabetologe. 2007;3:86-95.

4. Schwarz PE, Schwarz J, Schuppenies A, Bornstein SR, Schulze J. Development of a diabetes prevention management program for clinical practice. Public Health Rep. 2007;122:258-63.

5. Schwarz PEH, Eberhard C, Pichler J, Bornstein SR, Schulze J. Prävention des Diabetes mellitus – sächsisches Gesundheitsziel wird in der Versorgung umgesetzt. Sächs. Ärzteblatt. 2007;15:217-21.

6. Benterbusch R, Eberhard C, Koesling S, et al.: Sachsen. In Gesundheitsziele im Föderalismus – Programme der Länder und des Bundes V. GfVu-ge, Ed. Berlin, Schriftenreihe der GVG ; 55, 2007, p. 191

7. BMGF: Conference Report. In EU Conference on Prevention of Type 2 Diabetes Institute AH, Ed. Vienna, Federal Mínistry of Health an Woman, 2006

8. Schwarz PE, Gruhl U, Bornstein SR, Landgraf R, Hall M, Tuomilehto J. The European perspective on diabetes prevention: development and Implementation of A European Guideline and training standards for diabetes prevention (IMAGE). Diab Vasc Dis Res. 2007;4:353-7.


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