Nierenfunktionen und -krankheiten

Was sind die Funktionen der Niere, wie äußern sich Nierenkrankheiten?

Die Niere ist im Herz-Kreislauf-System für die Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten zuständig. Bei Nierenversagen ist der Patient nicht überlebensfähig, weil die Stoffwechselabbauprodukte im Körper sehr hohe Spiegel erreichen, wodurch der Organismus geschädigt wird (Harnvergiftung, Urämie). Eine Harnvergiftung äußert sich bei dem Betroffenen mit Erbrechen, Hautjucken, Blässe, Atemnot, Ermüdbarkeit, Abgeschlagenheit, Knöchelschwellungen, Kopfschmerz und Bluthochdruck.

Bevor es zu einem Nierenversagen kommt, ist die Niere meist über einen längeren Zeitraum von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren ständig (chronisch) krank gewesen. Diese frühe Phase des beginnenden Nierenfunktionsverlustes wird leicht übersehen, weil sie oft noch ohne sonderliche Beschwerden verläuft.
Folgende Symptome/Beschwerden sind wichtige Hinweise auf mögliche Nierenkrankheiten: Schwellungen der Knöchel mit Gewichtszunahme; auffälliges Schäumen des Urins (man muss dann die Toilette mehrfach spülen); roter Urin; ziehende Schmerzen im Rücken in Höhe der Flanke; Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen; Kopfschmerzen und hoher Blutdruck.

Weil die Niere die Ausscheidung von Salz und Wasser regelt, beeinflusst sie maßgeblich den Blutdruck. Es gibt Nierenstörungen, die ausschließlich zu Bluthochdruck führen. Diese Möglichkeit kommt in Frage, wenn Bluthochdruck bei jungen Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren auftritt oder wenn bei Männern und Frauen ab 55 Jahren ein hoher Blutdruck vorkommt, der in kurzer Zeit (1-2 Jahre) die Einnahme von immer mehr Hochdruckmedikamenten erforderlich macht (mehr als 3 Medikamente insgesamt). Die Beschwerden bei Bluthochdruck können sein: Kopfschmerzen, wenig Schlafbedürfnis, Übererregbarkeit, Nervosität, Herzklopfen.
Aufgrund ihrer Ausscheidungsfunktionen ist die Niere auch beteiligt an Elektrolytstörungen (Salzkonzentrationsstörungen im Blut), wie Hypokaliämie (erniedrigte Kaliumkonzentrationen), Hyperkaliämie (erhöhte Kaliumkonzentrationen), Hyponatriämie (erniedrigte Natriumkonzentrationen), Hypomagnesiämie (erniedrigte Magnesiumkonzentrationen) sowie Erhöhung und Erniedrigung von Phosphat. Bei diesen Störungen kann es zu folgenden Beschwerden kommen: Müdigkeit, Leistungsschwäche, Muskelkrämpfe, vermehrtes nächtliches Wasserlassen.
An Nieren- und Harnwegen kommt auch Nierensteinbildung vor sowie Infektionen der Harnwege, z.B. Nierenbeckenentzündung.
Beschwerden: Plötzliche starke Schmerzen von der Niere zum Bauchnabel oder in die Leistengegend (bei Steinen), oft mit Übelkeit. Brennen oder „Schneiden“ beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen kleiner Urinmengen, vermehrtes nächtliches Wasserlassen, übel riechender Urin, Fieber.

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